Herkunft
Die Technik geht auf den Schweden Per Henrik Ling zurück, der sie Anfang des 19. Jahrhunderts systematisierte. Massiert wurde lange vorher — zu einer Zeit, als es kaum Medikamente gab, war die manuelle Behandlung eines der wenigen verfügbaren Mittel bei Beschwerden des Bewegungsapparats.
Die fünf Grundgriffe
| Griff | Was er macht |
|---|---|
| Streichung | flächiges Ausstreichen, leitet die Behandlung ein und beendet sie |
| Knetung | Anheben und Durchkneten einzelner Muskelbäuche |
| Reibung | kleine kreisende Bewegungen an begrenzten Stellen |
| Klopfung | rhythmische Schläge mit lockerer Hand |
| Vibration | feines Schütteln, meist zum Abschluss |
Welche Griffe eingesetzt werden und in welcher Reihenfolge, richtet sich nach dem Befund. Nicht jede Behandlung enthält alle fünf.
Was sie bewirkt
Die Griffe regen die Durchblutung im behandelten Bereich an. Muskeltonus und Gewebespannung verändern sich, viele Menschen empfinden die Behandlung als entspannend.
Über den Bewegungsapparat hinausgehende Wirkungen sind nicht belegt. Wir beschreiben hier, was die Behandlung tut, nicht welche Erkrankung sie beseitigt.
Wann sie angewendet wird
Bei Verspannungen durch Bildschirmarbeit, einseitige Haltung oder Belastung. Bei Beschwerden im Schulter-Nacken-Bereich. Begleitend bei Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises und nach Operationen am Bewegungsapparat, sofern ärztlich verordnet.
Abgrenzung
Wer feste, seit Wochen bestehende Verspannungen hat, ist mit der medizinischen Tiefenmassage meist besser bedient. Die klassische Massage arbeitet oberflächlicher.