Was dabei passiert
Der Therapeut greift oberhalb und unterhalb des Gelenks und zieht in Längsrichtung. Der Zug wird langsam aufgebaut, einige Sekunden gehalten und ebenso langsam wieder gelöst.
Durch den Zug vergrößert sich der Abstand zwischen den Gelenkflächen. Der Druck auf die Knorpelflächen und — an der Wirbelsäule — auf die Bandscheiben nimmt kurzzeitig ab. Gleichzeitig werden Gelenkkapsel und Bänder gedehnt.
Wo angewendet
Am häufigsten an der Hals- und Lendenwirbelsäule, außerdem an Schulter, Hüfte und den Extremitätengelenken.
Die Extension wird in der Regel nicht allein durchgeführt, sondern im Anschluss an eine Massage. Vorgewärmte und gelockerte Muskulatur lässt den Zug überhaupt erst wirken — eine verspannte Muskulatur hält dagegen.
Wie sich das anfühlt
Ruhig und unspektakulär. Kein Knacken, kein Ruck. Wer schon einmal eine Einrenkung erlebt hat: Das ist etwas anderes. Hier wird gezogen, nicht manipuliert.
Wann sie nicht angezeigt ist
Bei Bandscheibenvorfall ohne ärztliche Abklärung, bei Osteoporose, bei entzündlichen Gelenkerkrankungen im akuten Schub, bei Instabilität der Wirbelsäule und nach Wirbelsäulen- operationen ohne Freigabe.
Bei ausstrahlenden Schmerzen, Taubheitsgefühl oder Kraftverlust gehört die Ursache zuerst ärztlich geklärt. Das ist keine Formalie, sondern der Punkt, an dem eine Extension schaden kann.