Was Fango ist
Das Wort kommt aus dem Italienischen und bedeutet Schlamm. Fango besteht überwiegend aus Tonerde. Dazu kommen Kieselerde, Magnesium und Eisenoxid — Letzteres gibt ihm die charakteristische grün-graue Farbe.
Gewonnen wird er in Regionen mit vulkanischem Gestein.
Zwei Arten, und warum wir eine davon nehmen
| Anorganisches Fango | Organisches Fango | |
|---|---|---|
| Grundlage | Vulkangestein | Schlamm mit Thermalwasser und Algen |
| Reifezeit | keine | mindestens 60 Tage |
| Herkunft | überwiegend Deutschland und Mitteleuropa | überwiegend Italien und Spanien |
| Wiederverwendung | einmalig | mehrfach möglich |
Diese Praxis verwendet ausschließlich anorganisches Fango. Der Grund ist hygienisch: Es wird nur einmal benutzt und danach entsorgt. Bei mehrfach verwendetem Schlamm bleiben Schweiß und Hautreste im Material.
Vor der Anwendung bekommt der Schlamm einige Stunden Zeit, damit sich die Wärme gleichmäßig verteilt.
Wie die Anwendung abläuft
Die Packung wird erwärmt auf den zu behandelnden Bereich aufgelegt, meist Rücken oder Schulterbereich. Sie bleibt etwa zwanzig Minuten liegen. Danach wird abgenommen, gereinigt und mit der Massage begonnen.
Länger als zwanzig Minuten bringt keinen zusätzlichen Effekt — das Gewebe hat die Wärme dann aufgenommen.
Warum in Kombination
Wärme erweitert die Gefäße im behandelten Bereich. Die Durchblutung steigt, das Gewebe wird dehnbarer und lässt sich anschließend leichter erreichen.
Genau dafür wird Fango hier eingesetzt: als Vorbereitung, nicht als eigenständige Behandlung. Ein Vergleich der gängigen Wärmeanwendungen steht im Ratgeber unter Fango, Rotlicht oder Wärmepflaster.
Wann Wärme nicht angezeigt ist
Bei frischen Verletzungen in den ersten 48 Stunden, bei Schwellung, Rötung und Überwärmung, bei akuten Entzündungen, bei Fieber und bei gereizter oder offener Haut im Anwendungsgebiet.
Bei Herzschwäche, Durchblutungsstörungen, Schwangerschaft oder gestörter Temperaturwahrnehmung bitte vorher ärztlich abklären.