Die Technik
Der Druck wird langsam aufgebaut, für eine halbe bis zwei Minuten gehalten und ebenso langsam wieder gelöst. Gearbeitet wird mit der Daumenkuppe, dem Zeigefinger oder — bei größeren Flächen — mit dem Handballen.
Anders als bei der Massage wird nicht gestrichen und nicht geknetet. Es bleibt beim Druck auf einen Punkt.
Der Hintergrund
Die Akupressur ist Teil der Traditionellen Chinesischen Medizin und gilt als Vorläufer der Akupunktur. Nach der Vorstellung der TCM verlaufen Leitbahnen durch den Körper — zwölf Hauptmeridiane und acht außerordentliche —, die Organen zugeordnet sind. Die Druckpunkte liegen auf diesen Bahnen.
Das ist ein Erklärungsmodell, keine anatomisch nachweisbare Struktur. Meridiane lassen sich nicht präparieren. Wir geben das Modell wieder, weil es die Punktauswahl erklärt, und kennzeichnen es als das, was es ist.
Was Sie selbst tun können
Anders als die Akupunktur lässt sich die Akupressur nach Anleitung auch selbst anwenden. Wenn Sie an einem bestimmten Punkt Erleichterung verspüren, zeigen wir Ihnen, wie Sie ihn zwischen den Terminen selbst erreichen.
Was Sie erwarten können
An empfindlichen Punkten kann der Druck kurz unangenehm werden. Er soll nicht schmerzen — sagen Sie Bescheid, dann wird die Dosierung angepasst.
Ein Wirksamkeitsnachweis nach den Maßstäben der evidenzbasierten Medizin liegt für die Akupressur nicht durchgängig vor. Viele Menschen empfinden die Behandlung als angenehm und entlastend.
Wann sie nicht angezeigt ist
Bei entzündeter oder verletzter Haut an den Druckpunkten. In der Schwangerschaft sind einzelne Punkte zu meiden — bitte vorher ansprechen. Bei Einnahme blutverdünnender Medikamente zurückhaltend dosieren.